1937 brannte es in Altdorf dreimal:
Am 21. Februar fiel eine Scheune am Plätzlein 3 den Flammen zum Opfer,
am 16. April die große Bretterhalle der Sägerei Meier in der Rascher Straße
und am 1. August 1937 brannten unser Wohnhaus sowie die danebenstehende Dreschhalle und die benachbarte Gaststätte Zum Schießhaus der Familie Feuerlein-Haas (die heute Metzgerei Gerstacker) ab.
Ich war damals zweieinhalb Jahre alt, meine Schwester Anneliese ein Jahr.
Meine Mutter erzählte mir, dass mein Vater vom Stammtisch mit seinen Postkollegen im benachbarten Gasthaus Zum Schießhaus nach Hause kam, sich ins Bett legte und eine halbe Stunde später ein knisterndes Geräusch hörte.
Beim Nachsehen bemerkte er den Brand der Dreschhalle und auch unseres Hauses.
Es ging dann damals alles so schnell, dass meine Eltern nur noch das Allernötigste bei der Flucht vor dem brennenden Feuer mitnehmen konnten.
Die Feuerwehr war zu dieser Zeit auch noch nicht so perfekt ausgerüstet wie heute und so brannte unser Haus bis auf die Grundmauern ab.
Fast mittellos standen meine Eltern nun auf der Straße.
Meine Mutter mußte wegen eines Nervenzusammenbruches mehrere Tage ärztlich im Altdorfer Krankenhaus behandelt werden.
Im Bekleidungsgeschäft Soldner durften wir uns kostenlos neu einkleiden und von der Bevölkerung wurde uns auch noch vieles Lebensnotwendige geschenkt.
Dadurch hatten wir wieder eine Chance normal weiterleben zu können.
Bis zur Fertigstellung unseres neuen Wohnhauses haben wir dann ein Jahr lang bei Familie Karl und Maria Koch in der Riedener Straße 10 in Altdorf gewohnt.

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